“Komm mit, ich zeige dir meine Welpen”

“Ich kenne Sie nicht, lassen Sie mich in Ruhe”

In Rollenspielen lernen die jungen Teilnehmer dann neben selbstbewusstem Auftreten auch  das Setzen eindeutiger Signale: Für Nichtbeteiligte ist es mitunter schwierig, Situationen richtig einzuschätzen und selbst bei einem Übergriff durch einen Fremdtäter zwischen Ernstfall und familiären Auseinandersetzungen zu unterscheiden. Deshalb lernen die Kinder, durch eindeutige Körpersprache und laute Stimme auf sich aufmerksam zu machen.

Mit ernstem Gesicht steht ein kleines Mädchen daher vor Helmut Isken und sagt mit erhobenem Kopf:  “Ich kenne Sie nicht. Lassen Sie mich in Ruhe.” Der hatte den ‘netten Onkel’ simuliert und die Kleine zunächst eingeladen, sein angeblich im Auto wartendes Hundebaby zu streicheln und dieser Aufforderung später Nachdruck verliehen, indem er das Kind am Arm gefasst hatte.

Auch mögliche Situationen am Telefon oder der eigenen Haustür werden zur Sprache gebracht und Lösungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet.

Überdies will das ‘Nein’-Sagen in entsprechenden Situationen durchaus geübt sein; leicht fällt dies vor allem schüchternen Kindern nicht, sagt Caren König.

Häufig bringen die Mädchen und Jungen dabei eigene Erlebnisse ein.

Zwar lautet die oberste Prämisse, “jedem Streit aus dem Weg gehen”, doch weiß Helmut Isken aufgrund seiner langjährigen Erfahrung auch, dass dies nicht immer möglich ist. Für diesen Fall lernen die GrundschülerInnen gezielte Abwehrtechniken. Tatsächlich stößt der ‘praktische’ Teil regelmäßig auf besonders große Begeisterung seitens der TeilnehmerInnen.

Dass dies alles im Klassenverband geschieht, ermöglicht zum einen ein auf die jeweilige Entwicklungsstufe abgestimmtes Trainingskonzept, stärkt zum anderen aber auch das Gemeinschaftsgefühl der Kinder untereinander: Das Streitvermeidungsprinzip gilt nämlich auch und gerade auf dem Schulhof, wie Helmut Isken betont.

 

Dass es hier eben nicht um das schlichte Erlernen von Kampfsporttechniken geht, überzeugt die

teilnehmenden Schulen am Meisten: Die anwesenden LehrerInnen teilen die Begeisterung der Schulkinder durchaus, zumal hinter dem Trainingskonzept eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einem ernsthaften Thema steht, die sich vor allem in den theoretischen Einheiten widerspiegelt. Hier werden keine unnötigen Ängste oder übertriebenes Misstrauen, erst recht kein aggressives Verhalten in Kindern geweckt oder forciert, sondern ein waches Bewusstsein für mögliche Gefahrensituationen im kindlichen Alltag geschaffen. 

Entsprechend freut sich Helmut Isken selbst insbesondere über positive Rückmeldungen sowie die kleinen Erfolge seiner Trainingseinheiten, von denen er immer wieder durch Eltern, Schulkinder oder LehrerInnen erfährt. Immerhin führt er dieses Projekt seit mittlerweile 4 Jahren gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Caren König an den unterschiedlichsten Schulen der Region mit großem Erfolg durch.

Mendener Zeitung 24.05.06

Selbstbewusstsein kann man üben

Selbstbehauptung für das 1. bis 4. Schuljahr stand in der Josefschule auf dem Programm: Alle Kinder lernten, sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten und notfalls einfache, aber auch effektive Selbstverteidigungstechniken anzuwenden. Aufgrund der zunehmenden Gewalt gegen Kinder, die sowohl auf den Schulhöfen selbst als auch auf der Straße zu beobachten ist, haben Helmut Isken, der Leiter der gleichnamigen Hemeraner Sportschule, und seine Mitarbeiterin Caren König in den letzten Jahren ein Konzept entwickelt, das vor allem vorbeugend wirken soll, indem es auf besondere Gefahrenquellen aufmerksam macht und dabei auch die sexuelle Gewalt zum Thema macht, die noch immer viel zu oft tabuisiert wird. In Rollenspielen lernten die jungen Teilnehmer neben selbstbewusstem Auftreten auch das Setzen eindeutiger Signale. Überdies will das Nein-Sagen in entsprechenden Situationen durchaus geübt sein. “Leicht fällt dies vor allem schüchternen Kindern nicht” sagt Caren König. Dass dies alles im Klassenverband geschieht, ermöglicht zum einen ein auf die jeweilige Entwicklungsstufe abgestimmtes Trainingskonzept, stärkt zum anderen aber auch das Gemeinschaftsgefühl der Kinder untereinander: Das Streit-vermeidungsprinzip gilt nämlich auch und gerade auf dem Schulhof. Helmut Isken freut sich selbst über positive Rückmeldungen sowie die kleinen Erfolge seiner Trainingseinheiten, von denen er immer wieder durch Eltern, Schulkinder oder Lehrer erfährt. Immerhin führt er dieses Projekt seit vier Jahren gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Caren König an den Schulen der Region mit großem Erfolg durch.

Situationsschulung: Dieses Bild zeigt die Abwehr, wenn ein Kind auf der Straße ins Auto gezogen werden soll.

Abwehr gegen Ohrfeige

 

 

VHS Kurse

Selbstbehauptung an Grundschulen

Von Februar bis April 2006 steht in der Josefs-Grundschule und in der Bischof-von-Ketteler-Schule in Lendringsen sowie in der Adolf-Kolping-Grundschule Hüingsen Selbstbehauptung auf dem Programm: Alle Kinder lernen , sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten und notfalls einfache, aber auch effektive Selbstverteidigungstechniken anzuwenden.

Aufgrund der zunehmenden Gewalt gegen Kinder, die sowohl auf den Schulhöfen selbst als auch auf der Straße zu beobachten ist, haben Helmut Isken, der Leiter der gleichnamigen Hemeraner Sportschule, und seine Mitarbeiterin Caren König in den letzten Jahren ein Konzept entwickelt, das vor allem präventiv wirken soll, indem es auf besondere Gefahrenquellen aufmerksam macht und dabei auch die sexuelle Gewalt zum Thema macht, die noch immer viel zu oft tabuisiert wird.

Vor allem sei es wichtig, dass sich die Kinder ihres Selbstbestimmungsrechtes bewusst würden, erklären die erfahrenen Trainer: “Täter kommen häufig aus dem persönlichen Umfeld eines Sexualopfers, sind Bekannte oder sogar Verwandte. Nahezu 90 % aller Opfer kennen den zukünftigen Täter im Vorfeld - .“ Der Grat zwischen notwendiger Aufklärungsarbeit und Verunsicherung ist denkbar schmal, behutsamer und kindgerechter Umgang mit dem Thema unerlässlich. Dessen sind sich beide bewusst. Als wichtigste Regel gelte daher: Jeder Austausch von Zärtlichkeiten muss auf Initiative des Kindes geschehen, das Kind muss sich dabei wohl fühlen: “Kein ‘Küssen auf Kommando’, keine Umarmungen, weil es sich so ‘gehört’”, erläutern sie ihre Maxime. Auch Eltern müssen sich dessen bewusst sein und gehören daher in die Arbeit einbezogen.  

Sportschule
Isken

 

SV an Schulen